Die Glaubenssprache Niklaus Wolfs mutet zuweilen «kriegerisch» an. Einmal droht er dem Bösen mit den Worten: «Wir haben uns in Schlachtordnung gestellt. Wir haben uns bewaffnet mit dem Schilde und Panzer unseres Glaubens, mit dem Helm der Hoffnung und des Vertrauens, mit dem Feuer der Liebe Gottes: für Gottes Ehre .... Kämpfet wacker, ihr Brüder und Schwestern. Im Namen Jesu. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.»
Angesichts der Gräueltaten, die wir derzeit, ob wir wollen oder nicht, fast täglich zu hören bekommen, können wir Worte solcher Art neu einordnen. Sie drücken nicht weniger aus als die Überzeugung, mit den heiligen Gaben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Heilung der Welt beitragen zu können, beitragen zu dürfen, ja beitragen zu müssen.
Das ist der Mühe wert! Weil es Gottes würdig ist. Das Bemühen heisst in der Glaubenssprache Vater Wolfs «kämpfen». Kämpfen hat zwei Ausrichtungen. Die eine: kämpfen gegen. Die andere: kämpfen für. Beide Aspekte klingen an im Aufruf des oben angeführten Zitats. Wir hören sie ebenso heraus aus den berührenden Worten zweier anderer «Heiliger», die sich in ihrer Lebenszeit mit bösen Kräften konfrontiert sahen. Die Zitate sind mir kürzlich zugefallen.
«Dem fröhlichen Menschen hilft Gott, und der Teufel hat Angst vor fröhlichen Menschen.» Hl. Johannes [Don] Bosco (1815-1888)
«Ich will Dir helfen mein Gott! Es ist das Einzige, worauf es ankommt: Ein Stück von Dir in uns selbst zu retten … Dass wir Dir helfen müssen und Deinen Wohnsitz in unserem Inneren bis zum Letzten verteidigen.» Etty Hillesum (1914-1943, in Ausschwitz ermordet)