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Niklaus Wolf in Öffentlichen Ämtern während der Mediation 1803 bis 1814

 

A. Die Mediationsverfassung

Am 19. Februar 1803 empfing Napoleon in den Tuilerien die Vertreter der eidgenössischen Notablen und überreichte ihnen feierlich die prunkvoll ausgestattete Vermittlungsakte. Sie trug die Unterschriften Napoleons, des Staatssekretärs Maret, des Aussenministers Talleyrand und jene von Marescaldi. Die Schweizer hatten diese nun auch zu unterschreiben. Am 10. März 1803 trat die neue Verfassung in Kraft, und der erste, von Napoleon ernannte und mit besondern Vollmachten ausgestattete Landammann der Schweiz, Louis d'Affry (1743–1810) aus Fribourg, hatte sein Amt anzutreten. An diesem Tag löste sich die helvetische Regierung auf. In den Kantonen begannen die zuvor ernannten Regierungskommissionen den Übergang in die neue Ordnung und die Wahlen für die neuen Parlamente vorzubereiten.

Die Mediationsakte enthielt in ihrem ersten Teil die Verfassungen der 19 Kantone und im zweiten Teil die Verfassung des Bundes. Sie erklärte die Souveränität der Kantone, die jedoch durch eine Zentralbehörde, die Tagsatzung, miteinander verbunden waren. Obschon die Mediationsakte die Schweiz dem Willen des französischen Diktators unterordnete, war das Volk froh, aus dem unaufhörlichen Parteigezänk der Helvetik herauszukommen, und pries in überschwenglichen Tönen das Verdienst des Mediators, der kaum in einem andern Lande so volkstümlich wurde wie in der Schweiz. Es war aber nicht nur Liebe zur Schweiz, die den Diktator veranlasste, hier den Föderalismus zu stärken. Es war ja gerade der Föderalismus, der die in der ganzen Welt so begehrten kampfesmutigen Schweizertruppen im eigenen Land so unwirksam werden liess! Im Übrigen verhielt sich Napoleon gegenüber der Schweiz oft als Diktator. Trotz all dem führte die Mediationsverfassung die Schweiz zur inneren Ruhe. Bei der Eröffnung der ersten Tagsatzung in Freiburg am 4. Juli 1803 in der St. Niklaus-Kirche erklärte Landammann d'Affry: „Die Mediation drückt keiner Partei ihren Stempel auf; sie ist nicht der Sieg einer Partei über die andere, vor allem will sie keine Opfer. Immer und allenthalben gemässigt, gerecht und unparteiisch sein, eine von beiden Extremen gleich entfernte Richtung verfolgen, in den Menschen die Redlichkeit, das Verdienst, die Talente und die Dienste, nicht bloss die Meinungen würdigen: dies ist unsere erste politische Vorschrift.“ Für uns besonders wichtig ist, dass die Mediationsakte die meisten Klöster grundsätzlich wieder herstellte und ihren Fortbestand garantierte. Ferner bestimmte Art. XXI ausdrücklich als verfassungsmässig garantiertes Recht, die Zehnten und Grundzinse seien loskäuflich. Das kantonale Gesetz habe das Loskaufsverfahren und den gerechten Wert zu bestimmen.

B. Der Diener Gottes als Mitglied des Grossen Rates der Mediation
1. Die Wahl in den Grossen Rat

Die Einzelheiten über den komplizierten Vorgang der Wahlen stehen in der Dokumentation über Vater Wolf, die im Vater-Wolf-Sekretariat in Neuenkirch erworben werden kann.

Niklaus Wolf rechtmässig als Kandidat für den Grossen Rat aufgestellt worden: Er war mehr als 30 Jahre alt und Besitzer von Grundeigentum, das den Wert von über 12'000 Schweizerfranken hatte. Am 15. April wurden nach der Prüfung der Zeugnisse die Gewählten als Grossräte des Kantons Luzern offiziell durch die Regierungskommission anerkannt. Die Grossräte waren auf Lebenszeit gewählt; so wurde es jedenfalls allgemein betrachtet. Der Präsident bemerkte aber, „dass, wenn jemand gesinnt wäre, die Entlassung als Grossrat zu geben, derselbe befugt sei, in solche Begehren einzutreten.“ Das ist wichtig für Claus Wolf, der als erster nach 1 Jahren seinen Rücktritt erklärte. Die kleine Gemeinde Neuenkirch war mit Niklaus Wolf, Mathias Wolfisberg und Joseph Amrein sehr gut vertreten.

Niklaus Wolf stand nun zum zweiten Mal in der vordersten Front beim Aufbau einer neuen Staatsordnung für den Kanton Luzern. Das erste Mal — in der Nationalversammlung vom März 1798 — wurde das Experiment gewaltsam abgewürgt. Jetzt aber war ein fester Rahmen durch die Verfassung und die dahinter stehende Militärmacht gegeben. Vieles, was die Grossräte damals festgelegt hatten, bewährte sich bis heute: Die alten Vorrechte der Aristokratie waren abgeschafft; Stadt und Land bildeten gleichberechtigt ein einheitliches und souveränes Staatswesen.

Am 15. April 1803 begannen die Grossratsverhandlungen mit der Wahl der neuen Gremien, des Kleinen Rates der beiden Schultheissen und der Appellationsrichter. Am 30. April wurde in allen Pfarreien des Kantons einen feierlichen Dankgottesdienst zum verheissungsvollen Neuanfang abgehalten.

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    Und hat nicht Christus gesagt: "Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird ER es euch geben"? Was haben wir noch Zweifel? Alles werden wir erhalten, wenn wir genug Glauben haben.»

    Vater Wolf

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    Ich fasste ein Herz und ein allgewaltiges Vertrauen zum heiligsten Namen Jesu und rief Ihn wider mein Übel an, und dieses wich augenblicklich samt all seinen Begleiterscheinungen.»

    Vater Wolf

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    Ich ermahne die Leute, keinen Morgen ihr Schlafzimmer zu verlassen, ohne zuvor auf den Knien ein eifriges Gebet verrichtet zu habe. Erst dann, sage ich, könne man den Tag im Namen Jesu anfangen und Gottes Beistand in allen Geschäften und Verrichtungen erwarten.»

    Vater Wolf

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    Wenn der Mensch in der Kirche täglich eine Geldsumme holen könnte, so klein sie auch wäre, er wäre an keinem Tage zu träge, sie zu holen. Aber was uns Gott in der heiligen Messe schenkt, ist viel mehr wert als ein Haufen Geld.»

    Vater Wolf

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    Wenn durch die Heilung der Kranken Gott und der heiligste Namen Jesu verherrlicht werden, warum soll es dann nicht geschehen? Jesu hat den Kranken, die zu Ihm kamen, nicht gesagt: Leidet geduldig usw:; sondern Er hat sie gesund gemacht, damit der Vater durch Ihn verherrlicht werde und Er durch den Vater.»

    Vater Wolf